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Als Jörg de Breuyn vor 30 Jahren anfing, ein Bett zu bauen, ahnte er nicht, dass sein Name einmal für hochwertige und mitwachsende Kindermöbel stehen würde.

Am Anfang war die Idee. 1986 machte sich der studierte Bildhauer Jörg de Breuyn in seinem Atelier im Hinterhof einer alten Kölner Brotfabrik ans Werk. Er wollte ein Abenteuerbett für seinen damals vierjährigen Sohn bauen. Und schuf eine spannende Schlafstätte für Kinder, die großen Anklang fand.

„Genau genommen war es ein wildes Klettergestell aus einfachen Balken mit Netzen und Seilen, in dem man nebenbei auch schlafen konnte", erzählt der Hersteller hochwertiger Kindermöbelsysteme.

Gutes spricht sich rum

Zu jener Zeit gab es auf dem Markt noch keine Abenteuerbetten. „Es herrschte eine öde Landschaft an langweiligen Kindermöbeln“, weiß de Breuyn, der im Alter von 21 Jahren zum ersten Mal Vater wurde. Das dachten andere auch.

Schnell sprach sich herum, dass ein alternativer Künstler in seinem Atelier neben seinem künstlerischen Schaffen auch spannende Schlafstätten für Kinder baute.

So schnell, dass der Autodidakt noch im selben Jahr die ersten Mitarbeiter einstellen und Maschinen kaufen musste.

Möbel, die auch Eltern Spaß machen

Das Ur-Werk ist längst nicht mehr im Angebot der Kölner Kindermöbelmanufaktur. „Es war zu kompromisslos – zu viel Klettergerüst und zu wenig Bett. Ich wollte Möbel entwickeln, die Kindern und Eltern gerecht werden“, erklärt de Breuyn, der seine Ideen zuerst im Kopf fertig konstruiert, bevor er sie auf Papier zeichnet.
So entstand 1988 der Deluxe-Entwurf. Ein Piratenbett aus massiver Buche, das besser aussah, besser konstruiert und besser durchdacht war. „Aus ökologischer Sicht war das Balkenbett außerdem eine Materialverschwendung. Beim Nachfolgermodell Deluxe erreiche ich eine viel höhere Stabilität, bei nur der Hälfte an Holzeinsatz“, erläutert de Breuyn.

Qualität aus Überzeugung – weil Ihre Kinder es wert sind

Nachhaltigkeit, Ressourcenschonende Produktion und größtmögliche Schadstofffreiheit der Materialien, das sind Themen, die bei de Breuyn von Beginn an groß geschrieben wurden (siehe auch S.155). „Wir waren eine der ersten

Tischlereien in Köln, die Bio-Möbel herstellten", merkt de Breuyn an, der als Student VHS-Kurse wie „Kindermöbel aus Sperrmüll" leitete und dafür mit seinem Bulli die Landschaft nach brauchbaren Gegenständen abfuhr.

An diesem Anspruch wurde auch nicht gesägt, als sich mit dem Fall der Mauer eine Möglichkeit bot, die vorher der Großindustrie vorbehalten war. „Deutschland war schon damals als Produktionsstätte teuer. Ich hatte das Geld nicht, um mir einen industrialisierten Maschinenpark zu leisten", erklärt de Breuyn den Schritt, seine Serien-Produktion 1993 nach Tschechien zu verlagern.

Das tschechische de Breuyn-Team

Im Osten viel Neues

Während in Deutschland das Renommee des Möbel-Newcomers stetig wuchs, lief die Herstellung im Osten eher hölzern an. „Anfangs ließen wir in verschiedenen Städten produzieren. Das war abenteuerlich: Mal hatte der eine kein Holz, dann der andere keine Schrauben. Ein weiterer baute immer die falschen Teile und der nächste war pleite", beschreibt de Breuyn die dortigen Produktionsbedingungen.

Auch in Oslavany, wo das de-Breuyn-Babybett „Arielle" für den japanischen Markt gebaut wurde, war die Situation nicht besser. Seit Monaten bekamen die Mitarbeiter keinen Lohn, der ehemalige Staatsbetrieb stand vor dem Aus. Werkstattleiter Pavel Sysel und Hana Grossova sahen nur eine Rettung: de Breuyn sollte das Werk übernehmen. Das tat der Optimist dann 1998 auch – zusammen mit seinem tschechischen Kompagnon Petr Puchta. Obwohl weder er noch der Tischler aus Pilsen eigentlich das Geld dafür hatten.

Das Werk in Oslavany

Experiment: Serie

Es kostete einige Jahre, um in Oslavany in deutscher Qualität produzieren zu können. Maschinen mussten ausgetauscht, der Workflow verbessert und das Vertrauen der Belegschaft gewonnen werden. „Teamwork und Zusammenhalt kannten die Mitarbeiter ja so nicht“, erinnert sich de Breuyn, der als neuer Arbeitgeber zuerst die Personalräume renovieren ließ, einen Koch für das gemeinschaftliche Mittagessen engagierte und übertarifliche Löhne zahlte.

Am Ende aber rentierte sich das „Experiment“, wie de Breuyn die Übernahme der 7500 Quadratmeter großen Anlage samt Maschinenpark damals nannte.
„Gleichzeitig Produktions- und Vertriebsfirma sein zu können, das gibt uns eine enorme Unabhängigkeit und Flexibilität. Hierzulande sind wir in der Betriebsgröße mit die einzigen, die das bieten können“, sagt de Breuyn. Mittlerweile leitet er ein engagiertes Team von insgesamt 60 Mitarbeitern.

Ein Traum von Raum

Heute und 30 Jahre später produziert de Breuyn insgesamt sieben eigene Möbelprogramme, darunter Schrank- und Bettensysteme, Kindergarteneinrichtungen sowie Maßanfertigungen für private und öffentliche Räume
Auch andere Hersteller, wie der US-Amerikaner Kalon Studios, lassen ihre Serien für den europäischen Markt bei de Breuyn fertigen.
Hauptsitz des Unternehmens ist nach wie vor Köln, seit 2006 auf einem alten Industriegelände im Gewerbegebiet Girlitzweg. Hier gibt es ausreichend Platz für eine Schreinerei, Lagerhallen, Büroräume und eine 1500 Quadratmeter große Ausstellungsfläche, auf der de Breuyn als Händler auch Kindermöbel- und Produkte sowie Wohnaccessoires anderer Hersteller präsentiert. Inzwischen werden die de-Breuyn-Möbel in ganz Europa und bis nach Korea, Russland und China vertrieben.

Der Handel im Wandel

Auf die Frage nach der Zukunft seiner Kindermöbelmanufaktur hat der Firmenchef – gerade mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung im Handel – eine klare Antwort: „Einige Produkte lassen sich gut online verkaufen. Katzenstreu zum Beispiel oder Schrauben. Ein Bett mit 20 Zubehörteilen, variablen Aufbaumöglichkeiten und in 16 verschiedenen Farben erhältlich, erfordert kompetentes Beratungswissen. Das lässt sich nicht einfach im Netz bestellen. Sukzessive soll jetzt die Produktrange umgestellt und Solitärmöbel online-kompatibel gemacht werden.
Aktuell macht der Export ein Drittel seines Großhandelsvolumens aus. Derzeit arbeitet de Breuyn verstärkt an der weiteren Internationalisierung seiner Marke. „Mein Ziel ist der Sprung nach Amerika. Das ist mein Projekt für die nächsten fünf bis zehn Jahre“, beschreibt Jörg de Breuyn seine Idee.